Vereinsgeschichte


Am 9. Januar 1925 wurde der Fechenbacher Schützenverein im Gasthaus "Stadt Frankfurt" von 7 Anwesenden gegründet.

Zum ersten Schützenmeister wurde Baron Freiherr von Bethmann gewählt, der sich gleichzeitig als größter Gönner des neu gegründeten Schützenvereins erwies und seine Einwilligung dazu gab, im unteren Teil des Schlossparks ein Schützenhaus zu errichten.

Nachdem zwei Kleinkalibergewehre gekauft waren, konnte der Schießbetrieb aufgenommen werden. Man schoss entlang der unteren Parkmauer auf eine Distanz von 90 Metern.

Schon bald befasste man sich auch mit dem Gedanken eine Vereinsfahne anzuschaffen.

Die dazu nötigen finanziellen Mittel wurden mit einem Schützenfest im oberen Schlosspark beschafft. Hierfür wurde eine kleine Schießbude gebaut und zwei Luftgewehre gekauft.


Das Fest dauerte zwei Tage, der Eintrittspreis betrug 30 Pfennige. Am Ende des Festes konnte man einen stolzen Gewinn von 3.000 Reichsmark verbuchen. Jetzt hatte man genügend Geld um eine Vereinsfahne zu kaufen.

Den Entwurf für die Fahne lieferte Ernst Ullrich, der vielen Fechenbachern auch heute noch unter dem Namen "der Schütze Ernst" bestens bekannt ist. (Diesen Ehrennamen erhielt er weil er als vortrefflicher Schütze bekannt war.)

Als Fahnenspruch wurde gewählt: "DIE ALTE SCHÜTZEN- TREUE BLÜHE STETS AUF NEUE".

Am 2. Juni 1935 wurde die Fahne feierlich im oberen Schlosspark eingeweiht. Auch viele auswärtige Vereine nahmen am Festzug teil.

Die Vorstandschaft unter dem 2. Schützenmeister Adolf Hohe hatte Resi Karl, als Fahnenpatin und den Schützenverein Dorfprozelten als Patenverein gewinnen können. Erster Fahnenträger wurde Raimund Difloe.

Die Fechenbacher Schützen konnten sich jedoch nur vier Jahre an ihrer neuen Fahne erfreuen.

Am letzten Sonntag vor Kriegsausbruch im Jahr 1939 fand die für lange Zeit letzte lustige Zusammenkunft der alten Schützenbrüder im Schützenhaus statt.

Baron Freiherr von Bethmann stiftete reichlich Wein zur fröhlichen Feier. Viele Schützen nahmen schweren Herzens Abschied von Familie und Heimat. Mehr als die Hälfte unserer alten Schützenbrüder sollten den 2. Weltkrieg nicht überleben.

Im Juni 1940 starb der 1. Schützenmeister Baron Freiherr von Bethmann.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs musste der Schützenverein im Jahre 1945 auf Geheiß der amerikanischen Besatzungsmacht aufgelöst werden. Das damalige Schützenhaus im unteren Schlosspark wurde abgebaut und später an die Schützen von Wildensee verkauft. Es ist dort noch heute als Jugendtreffpunkt in Betrieb.

Auch die Vereinsfahne musste nach dem Krieg abgeändert werden, da an der Fahnenspitze ein Hakenkreuz angebracht war. Dieses wurde entfernt. Die Fahne wurde dann bis zur Übernahme durch den heutigen Verein in der Kirche aufbewahrt.

Da die Chronik des alten Schützenvereins in den Wirren des zweiten Weltkriegs verloren ging, sind weitere Details über das Vereinsleben im alten Schützenverein Fechenbach nicht bekannt.

Im Gegensatz zu unseren Schützenfreunden aus Wildensee hatten die ehemaligen Fechenbacher Schützen nicht den Mut, ohne den großen Förderer Baron Freiherr von Bethmann nach dem Krieg wieder mit dem Sportschießen zu beginnen.

So kam es, dass junge Fechenbacher ab etwa 1956 bei unserem Patenverein in Dorfprozelten dem Schießsport nachgingen.

Dies waren:
Paul Heilmann, Hermann Ullrich, Burkard Keller I, Wolfgang Olesch, sowie die Jugendlichen Ruppert Haas, Helmut Haas, Burkard Keller II, Heinrich Wolf, Karl-Josef Ullrich, Michael Keller

Mit der Zeit kam immer öfter der Wunsch auf, den alten Schützenverein Fechenbach neu zu gründen.

Schließlich fanden sich am 30. Juni 1967 in der Kantine der "F.A.M. (Fechenbacher Armaturen- und Metallwarenfabrik Köhler & Hohe - heute MAGNA Donnelly) 60 Personen zur Gründungsversammlung eines neuen Schützenvereins ein.

Dem dort neugegründeten "Kleinkaliberschützenverein Fechenbach" traten 50 der anwesenden Personen bei.

Bedauerlicher weise konnte sich von den Mitgliedern des alten Vereines nur Franz Klappenberger entschließen auch dem neuen Verein wieder beizutreten.

Anschließend wurde unter der Leitung von Wahlvorstand Pius Keller die Vorstandschaft gewählt.

1. Schützenmeister: Burkard Keller I
2. Schützenmeister: Alfred Haas
Kassier: Berthold Wolf
Schriftführer: Hans Sattler
Beisitzer: Hermann Ullrich, Werner Müller, Willi Motzel, Alfred Deuchert, Paul Heilmann

Adolf Zeuner (ehemaliges Mitglied des alten Schützenvereins Fechenbach) übergab schließlich den Vorständen des neuen Vereins die alte Vereinsfahne.


Der Neugründung des Vereins folgten arbeitsreiche Jahre.

Das oberste Ziel war es so schnell als möglich ein Schützenhaus zu bauen. Bereits auf der ersten Versammlung, nach der Gründung, am 25. August 1967 konnte ein von Burkard Keller I entworfener Bauplan für das Schützenhaus vorgelegt werden.

In der Folgezeit wurde der Verein oftmals um seine Vorhaben belächelt. Hatte er doch als junger Verein keine finanziellen Rücklagen und dazu noch einen äußerst feuchten Bauplatz ausgesucht.

Am 6. April 1968 wurde mit dem Bau begonnen und am 10. August des gleichen Jahres Richtfest gefeiert.

Die Einweihung des Schützenhauses sowie der Luftgewehr- und Zimmerstutzenanlage wurde am 11. Oktober 1969 von Pfarrer Paul Schneider vorgenommen.


Nachdem der Verein sich finanziell erholt hatte, wurde die Sportpistolen- und Kleinkaliberanlage errichtet und der Parkplatz vor dem Schützenhaus zuerst gepachtet und später gekauft.

Auch sportlich konnte man nun große Erfolge erringen. Zahlreiche Urkunden und Pokale erinnern an Gau- und Bezirksmeisterschaften.

Als erstes Mitglied unseres Vereines konnte Heinrich Wolf im Jahre 1972 an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Es mussten aber auch Rückschläge in Kauf genommen werden. Sehr gute Schützen verließen uns aus beruflichen oder privaten Gründen.

Im Jahr 1999 wurde eine Bogenabteilung gegründet und zunächst ein Schießplatz unter der Halle am Schützenhaus eingerichtet. Nachdem die Zahl der Bogenschützen stetig wuchs, wurde mit dem Einverständnis der Grundstückseigentümer auf der gegenüberliegenden Bachseite eine Schießwiese eingerichtet, die stetig ausgebaut wurde und heute den Schießbetrieb auf insgesamt sechs Scheiben und auf Distanzen von bis zu 50m ermöglicht.

2006 kamen zum ersten Mal Ideen auf, einen eigenen 3D-Bogenparcours zu errichten. Im Winter 2006/2007 wurde mit der Planung und Organisation begonnen. Mit Unterstützung des Bürgermeisters und der Gemeindevertreter, der Zustimmung der Jagdpächter und dem Einverständnis der Grundstückseigentümer konnte der Bogenparcours Collenberg im Sommer 2007 im Fechenbacher Grund eröffnet werden.